Soleil: Erster BosskampfWas der Urlaub aus einem macht: Kaum habe ich mal einen Tag frei, wische ich alle arbeitsrelevanten Titel zur Seite und widme mich meiner ersten großen Liebe. Der Mega Drive unter meinem Fernseher ist zwar nicht mehr die selbe Konsole, die ich vor zig Jahren auseinander gespielt habe, aber ihren Zweck erfüllt sie allemal. Der Titel, der mich den größten Teil des Tages beschäftigt hielt, heißt „Soleil“. Als kleiner Junge hielt ich es aber noch für „Solcil“, weil sich irgendein kluger Grafiker dachte, dass er einfach mal die Rückwand vom e rausnehmen kann und trotzdem noch alles klar ist, was gemeint ist. .. Gott, ich habe viel zu lange gebraucht, um zu erfahren, dass der Name weit weniger kryptisch, dafür aber weit französischer ist. Soleil ist die Sonne für den gemeinen Franzosen und ergibt als Spiel-Titel eigentlich wenig Sinn: Im Vorspann nimmt das Spiel bezug auf irgendeine dunkle Zeit, die .. yadda yadda yadda, im Spiel ist sie aber schon längst überwunden und von keinerlei Relevanz mehr. Zumindest kann ich mich nicht daran erinnern – durchgespielt habe ich das Ding aber auch noch nicht.

Zum Spiel selbst: „Soleil“ ist ein „Zelda“-Klon, also seht ihr die Spielwelt aus einer nahen Vogelperspektive und steuert einen knuddeligen Helden mit Schwert und Schild in der Hand. Im Gegensatz zu „Zelda“ erweitert man seine Fähigkeiten aber nicht durch Gegenstände, sondern durch Tierpartner. Der Spielheld wirft sein Schwert wie einen Bumerang, die animalischen Freunde leihen dem geworfenen Schwert ihre Kräfte. So bringt der Pinguin eine Frostklinge während der Dodo die Schneide klebrig macht. Man rüstet jeweils zwei Viecher aus; manche Fähigkeiten kombiniert man, um interessantere Effekte zu erzielen. Ein nettes Gimmick, mit dem ich früher gerne rumexperimentiert habe.

Bei meiner Sitzung heute ist mir aufgefallen, wie wenig Rätsel eigentlich in dem Spiel stecken. In erster Linie prügel ich mich durch die Umwelt und hüpfe über Stock und Stein. Nebenher höre ich erstaunlich vielen Nebencharakteren zu: Es geht dem Spiel darum, andere Lösungen für Konflikte zu finden, als gegenseitiges abschlachten. So verhext eine Wahrsagerin meinen Protagonisten, ketzerisch Link genannt, so dass er fortan nur noch Tiere und Monster nicht aber Menschen versteht. Der Perspektivwechsel erlaubt ihm, die Welt mit Monsteraugen und Tiernasen wahrzunehmen. .. diese Weisheiten halten mich aber keineswegs davon ab, alles umzuboxen, was ein Auge zuviel oder unheimliche Zähne besitzt. Niedlich ist es aber schon, deswegen hatte ich auch so Lust drauf.

Nebenher bemerkt: „Soleil“ gehört zu den vielen 16-Bit-Titeln, die mir mit dudeligen Synthie-Orgeln das richtige Instrument kaputt gemacht haben. Ich höre selbst bei der mächtigsten Orgel in der schönsten Kirche immer noch nur die Titel meiner Jugend raus. Ob „Phantasy Star“, „Zelda“ oder wat weiß ich.

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