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CBS Langspieler: Bioshock Infinite – Abschnitte 10-20

In Zukunft will ich meinen Blog nutzen, um weiterführende Gedanken zum Podcast oder meiner sonstigen Arbeit zu veröffentlichen. Gerade zur aktuellen Folge meiner Show habe ich einiges in petto, weil ich mir nun mal nicht On Air Luft machen konnte. Das soll nicht heißen, dass mich nicht einige Gedanken bis in die nächste Episode verfolgen können und spätestens dann zur Sprache kommen.

Aber nun los: Nachdem der Story-Part ein wenig flach viel in dieser Episode gebe ich hier eine kleine Einordnung. Booker und Lizzy habe sich den Vigor Shock Jockey besorgt und können jetzt den Generator antreiben, um zum Luftschiff zu kommen. Booker gibt dem Steampunk-Computer die Koordinaten von New York, Elizabeth riecht den Braten und haut Booker ordentlich auf die Schnauze. Als er wieder erwacht, sieht er sich mich Daisy Fitzroy konfrontiert, die ihm die Kontrolle über den Flieger abgenommen hat. Sie schlägt ihm einen Deal vor: Er besorgt von einem Händler namens Chen Lin Waffen und kriegt dafür das Luftschiff wieder. Benebelt sieht Booker unter sich ein Sträflingslager vorbeiziehen, wo der Handyman mit Peitschengewalt die Häftlinge im Zaum hält. Fitzroy wirft ihn in den Finkton Docks ab, wo Booker nach einer kurzen Verfolgung mit der von ihm enttäuschten Lizzy einen Waffenstillstand aushandelt. Eine interessante Wendung, weil sie Lizzy trotz ihres abgeschottenen Lebens als weitaus gerissener und vielleicht auch abgeklärter darstellt, als man nach der Tanzszene am Strand hätte erwarten können. Booker erklärt ihr, dass er sie im Prinzip entführen will und sie willigt in Ermangelung weiterer Optionen ein, mit ihm mitzugehen. Wie das wohl endet?

Im nächsten Schritt führt der Weg die beiden, durch die Hintertür, auf den Fink-Firmen-Campus. Dort erlebt man als Spieler der wirtschaftlich cleversten Schachzug, den man wohl jemals gesehen hat: Job-Auktionen – wer einen Job in der kürzesten Zeit schafft, darf den Job erledigen und kriegt ihn bezahlt. Dabei spielt der Titel wiederum die Rassismus-Karte: Nicht nur, dass „Ausländer“ einzig unwürdige Jobs haben dürfen, nein, sie werden auch noch zusätlich von Comstock, dem Propheten, besteuert. Columbia funktioniert auf dem Rücken der „Ausländer“, die verabscheut und zur Schau gestellt werden. Krass. Wer lange genug auf das Ende der Auktion wartet, sieht zudem eine Eskalation als ein Arbeiter einem anderen den Job abluchst und dafür eine Tracht Prügel erhält.

Alles darauffolgende zeigt der Podcast, deswegen steige ich erst später wieder ein: Lin ist genauso zwischen den Dimensionen gefangen, blutet aus der Nase, und arbeitet an unsichtbaren Maschinen. Booker und Lizzy verstehen beide das Phänomen nicht und sind sichtlich erstaunt, als sie die weiße und Comstock-treue Mrs. Lin sehen. Das neue Ziel ist: Lins Maschinen zu besorgen, die ihm wohl abgenommen wurden. Dazu führt der Weg durch Shantytown, das Armenviertel von Columbia.

Neben den zu erwartenden Elementen (Neid, Armut, Nahrungsknappheit – das volle Programm) findet auch eine interessante optionale Szene statt: Unter der Bar (Graveyard oder so?) findet Booker eine Gitarre, die er auf Knopfdruck aufnimmt und auf der er das Titellied von „Infinite“ spielt. Zu meiner Überraschung stimmt Lizzy ein und singt den Text dazu. Währenddessen ergreift die Gutherzige mit dem Gestus einer Disney-Prinzessin eine Orange und reicht sie einem Jungen der unter der Treppe sitzt und den beiden lauscht. Ein wahnsinnig interessanter Moment für das Spiel, weil hier recht viele wichtige Elemente der Charakter-Entwicklung zusammenfallen: a.) stellt die Szene Booker als zärter besaitet (pun intended) dar, als man nach der Szene im Museum erwarten dürfte b.) stellt die Szene natürlich Lizzys reines Herz dar (lässt man einmal außer acht, dass ihr die Orange nicht gehört), aber viel interessanter ist, dass sie ausgerechnet dieses Lied anstimmt. Dieses Lied, das neben dem Religions-Thema natürlich auch Columbia als die Stadt im Himmel glorifiziert. Nimmt man also ihre Handlung und den Lied-Text zusammen, denke ich, dass für Lizzy Columbia nicht der unrettbare Sündenpfuhl ist, den ich als Spieler in meiner Abgeklärtheit nur noch sehen kann. Ein interessanter Contrapunkt, Verzeihung, Gegensatz. Abschliessend c.) das Zusammenspiel von Lizzy und Booker, dass ohne einleitende Sätze, schleißlich beginnt er einfach zu spielen, nicht nur funktioniert, sondern harmoniert (oh mein Gott, ich sollte damit aufhören).

Vom Shantytown geht es dann direkt gegen die Polizei-Kräfte von Columbia. Mehr dazu gibt es bestimmt in der nächsten Folge. Ein Thema, dass ich in der Folge aufgreifen möchte: Immersion und zwar anhand der Spielfiigur-Identifikation. In der Eingangs-Szene sehe ich in einem Wasser-Eimer ein verschwommenes Spiegelbild von Booker. Danach gibt es im ganzen Spiel keine Spiegel mehr, keine reflektierenden Fensterscheiben oder Wasserpfützen. In diesem Sinne: Freut euch auf die nächste Folge!

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