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CBS Langspieler: Bioshock Infinite – Abschnitte 21-30

In der aktuellen Folge sind persönliche Eindrücke leider ein wenig zu kurz gekommen. Ich hoffe und denke aber, dass sich das Verhältnis in der letzten Folge zu „Bioshock Infinite“ wieder ausgleichen wird. Udett und Pavel sind beide schon ganz heiß drauf, über das Finale zu sprechen, unterstelle ich einfach mal.

Zuerst eine Beobachtung für die im Podcast einfach kein Platz mehr war: Ich hatte zwar schon von Elizabeths Transformation gesprochen, nicht aber von ihrer Auseinandersetzung mit den eigenen Kräften. Sie glaubt, mit ihren Fähigkeiten nicht die Türen in Parallel-Dimensionen zu durchstoßen, sondern diese Welten erst zu erschaffen. Frei nach dem Motto „Sei vorsichtig, was du dir wünscht“, hat sie nun das Gefühl, die Verantwortung für das Leid der Revolution übernehmen zu müssen. In diesem Zusammenhang wirkt der kaltblütige Mord an Fitzroy ein wenig nachvollziehbarer: Lizzy wollte einen Fehler korrigieren – das Leben des Jungen über Fitzroys. Schon kurz vor der Tat gab es erste Anzeichen für Fitzroys Schicksal, als Elizabeth sie und Comstock nebeneinander stellt: „They are just right for each other” Da schwingt ein Stück weit Lizzys Enttäuschung darüber mit, dass sich Fitzroy nicht als die erhoffte Erlöserin Columbias herausgestellt hat.

Wo ich gerade von Fitzroy spreche. Als sie sich im Fahrstuhl mit Booker unterhält lässt sie eine interessante Bemerkung fallen, die herrlich doppeldeutig ist: „My Booker was a hero. You’re just complicating the narrative.“ Mit dem letzten Wort kann sowohl ihre Geschichte über das Märtyrium von „ihrem“ Booker gemeint sein, als auch die Handlung von „Bioshock Infinite“ als Ganzes. Eine interessante Fragestellung auch im Hinblick darauf, wer Booker eigentlich seinen Auftrag gegeben hat. Ist er im Endeffekt einfach nur die „Wildcard“, die die Luteces spielen, um Columbia und allen voran Comstock Stöcker zwischen die Beine zu werfen? Schließlich thematisieren die beiden am Anfang im Boot ja schon, dass es sich hierbei um ein Experiment handeln würde.

Über die Luteces habe ich im Podcast schon einige Zeit gesprochen, ein Zitat soll dabei nicht verlorengehen: „My atom doesn’t levitate, it simply forgot to fall.“ Rosalind spricht über die Technik, die hinter der Flugfähigkeit von Columbia steht. Ich habe keine Ahnung von Quantenphysik, aber ich erkenne eine Anspielung an den „Hitchhiker’s Guide To The Galaxy“, wenn ich sie höre. Dessen Protagonist lernt im … vierten? … Buch zu fliegen, indem er vergisst runterzufallen und stattdessen einfach fliegt. Aber das nur am Rande.

Zum Schluss ein gänzliches anderes Thema: Immersion in „Bioshock“. Dieses Mittendrin-Gefühl ging für mich eine ganze Zeit lang flöten, als ich die Booker-Plakate an den Wänden gesehen habe und nur noch ganz entfernt zuordnen konnte, dass mein Hauptcharakter ja so aussehen könnte. Am Anfang des Spiels gibt es eine Szene, in der man das Konterfei von Booker in einer Wasser-Reflexion erkennen kann. Diesen Effekt findet man, meine ich, nie wieder im Spiel. Es gibt keine Spiegel, keine reflektierenden Oberflächen, kein gar nichts. Kurz nachdem Booker auf den Plakaten auftaucht, hat man in Gefechten dann die Möglichkeit Risse zu öffnen, die eine Booker-Ablenkung aufstellen. Die hat in erster Linie mich abgelenkt, weil ich erst mal inspizieren musste, wie meine Spiel-Figur denn eigentlich aussieht. Das ist der Moment, in dem ich feststelle, dass ich wie in jedem anderen Shooter nur eine Kamera mit Kanonenrohr bin und ich steige aus dem Spiel aus. Schade. Dice hat vor Jahren mit „Mirror’s Edge“ einen ersten Schritt in eine neue Richtung gemacht, warum folgt dem niemand?

Wie oben erwähnt, geht es in der Abschluss-Folge dann um die Abschnitte 31-Ende, also ab der Bank of Columbia. Ich könnte mir aber vorstellen, dass wir im Endeffekt nur über den Schluss fachsimpeln, den mir das Internet und meine Kollegen seit Wochen als das eigentlich interessante an „Bioshock“ verkaufen wollen. .. als steckte da sonst nichts drin!

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