Archive für Kategorie: Additional Thoughts


Zum Video auf Youtube:
Langspieler: Skyrim — Dragonborn #1 [HD]

Das Hindernis in dieser Folge war, dass in „Skyrim – Dragonborn“ zwar eine schöne Geschichte erzählt wird, aber die meiste Zeit ist man nun mal mit dem Wandern von A nach B beschäftigt. So gab es über einen ersten Eindruck hinaus auch recht wenig zu erzählen – zumindest ohne deutlich mehr Zeit zu investieren, als wir uns erlauben können. Darüber haben Udett und ich uns im Vorhinein schon verständigt und beschlossen die Show ein wenig mehr .. freeform zu gestalten.

Zur Geschichte: Es geht um den Miesepeter und Drachenblut Miraak, der sich der Bewohner der Insel Solstheim bemächtigt, um sich aus dem Dienste seines bösen Herren Hermaeus Mora und damit aus der Paralleldimension Apocrypha zu katapultieren. Das Zeitkontingent von vier Stunden Spielzeit pro Folge des „Langspielers“ ist dann mit dem Einstiegsdungeon und dem darauf folgenden bereits ist damit bereits vollständig erschöpft. Viel klüger sind wir dadurch aber nicht.

Trotzdem fiel mir schon da auf, dass es sich bei dem DLC mehr um einen Einstieg für eine größere Kampagne handelt, als um ein vollständiges „episches“ Abenteuer. Zumindest sagen mir das meine Stift-und-Papier-Rollenspieler-Wurzeln. Die Insel ist zu kompakt, die spärlichen Nebenquests zu einfach aufgebaut, die Neuerungen zu rar gesät. Zugegeben, ich bin in „Skyrim“ nicht furchtbar weit und habe noch lange nicht alles gesehen, aber neue Monster scheinen wohl nur die beiden Viecher aus Apocrypha zu sein. Neue Ausrüstung gibt es auch nicht und auf der Elfeninsel vermisst man eindeutig markante Charaktere. Der einzelne verschlagene Dunkelelf macht Spaß, bei einer ganzen Insel voll von diesen Gestalten, verpufft der Effekt sofort.

Eine Nebenaufgabe hat es mir aber angetan: Ein (natürlich verschlagener) Dunkelelf braucht meine finanzielle wie Schwert schwingende Unterstützung bei einer Ausgrabung. Dabei scheint er meine Kohle zu verschleudern und nur abzuwarten, dass ich mit der Beute den Korridor hochwandere und er mir den Rest geben kann, um aus unserer seine Schätze zu machen. Dabei ist die Aufgabe nicht so interessant, wie die Gegenstände, die dabei wohl rumkommen. Bislang habe ich nur 1000 Goldstücke investiert und dafür mir ein Paar Stiefel des Wasserwandelns erschlächtet. Zu dem kompletten Set gehören aber vier Rüstungsteile – der Dunmer wird meine Kriegskasse wohl vollends ausschöpfen.

Zu traurig, dass das bislang die interessanteste Aufgabe ist. Ansonsten gibt es aus Rollenspieler-Sicht bekannte PC-Spiel-Kost: 1.) Geh dahin, mach den tot; 2.) Dort findest du etwas, mach alle auf dem Weg tot und bring es mir zurück; oder natürlich 3.) Wir müssen jenes zurückerobern, mach alles tot. Von meinem Gähnen muss ich gähnen so gelangweilt bin ich von diesem Einerlei.

Ich bin gespannt, was die nächste Episode bringt, erwarte vorerst aber nicht zu viel. Vielleicht kriege ich ja wenigstens noch einen netten Bossfight gegen Miraak und anschließend das Augen-Tentakel-Ding Hermaeus Mora. … ich bin diese Rollenspiel-Klischees wirklich leid. Umso mehr freue ich mich auf „Shadowrun – Returns“, aber das wird ein anderer Blog-Eintrag.


Link zum Video:
CBS Langspieler: Bioshock Infinite – Abschnitte 21-30

In der aktuellen Folge sind persönliche Eindrücke leider ein wenig zu kurz gekommen. Ich hoffe und denke aber, dass sich das Verhältnis in der letzten Folge zu „Bioshock Infinite“ wieder ausgleichen wird. Udett und Pavel sind beide schon ganz heiß drauf, über das Finale zu sprechen, unterstelle ich einfach mal.

Zuerst eine Beobachtung für die im Podcast einfach kein Platz mehr war: Ich hatte zwar schon von Elizabeths Transformation gesprochen, nicht aber von ihrer Auseinandersetzung mit den eigenen Kräften. Sie glaubt, mit ihren Fähigkeiten nicht die Türen in Parallel-Dimensionen zu durchstoßen, sondern diese Welten erst zu erschaffen. Frei nach dem Motto „Sei vorsichtig, was du dir wünscht“, hat sie nun das Gefühl, die Verantwortung für das Leid der Revolution übernehmen zu müssen. In diesem Zusammenhang wirkt der kaltblütige Mord an Fitzroy ein wenig nachvollziehbarer: Lizzy wollte einen Fehler korrigieren – das Leben des Jungen über Fitzroys. Schon kurz vor der Tat gab es erste Anzeichen für Fitzroys Schicksal, als Elizabeth sie und Comstock nebeneinander stellt: „They are just right for each other” Da schwingt ein Stück weit Lizzys Enttäuschung darüber mit, dass sich Fitzroy nicht als die erhoffte Erlöserin Columbias herausgestellt hat.

Wo ich gerade von Fitzroy spreche. Als sie sich im Fahrstuhl mit Booker unterhält lässt sie eine interessante Bemerkung fallen, die herrlich doppeldeutig ist: „My Booker was a hero. You’re just complicating the narrative.“ Mit dem letzten Wort kann sowohl ihre Geschichte über das Märtyrium von „ihrem“ Booker gemeint sein, als auch die Handlung von „Bioshock Infinite“ als Ganzes. Eine interessante Fragestellung auch im Hinblick darauf, wer Booker eigentlich seinen Auftrag gegeben hat. Ist er im Endeffekt einfach nur die „Wildcard“, die die Luteces spielen, um Columbia und allen voran Comstock Stöcker zwischen die Beine zu werfen? Schließlich thematisieren die beiden am Anfang im Boot ja schon, dass es sich hierbei um ein Experiment handeln würde.

Über die Luteces habe ich im Podcast schon einige Zeit gesprochen, ein Zitat soll dabei nicht verlorengehen: „My atom doesn’t levitate, it simply forgot to fall.“ Rosalind spricht über die Technik, die hinter der Flugfähigkeit von Columbia steht. Ich habe keine Ahnung von Quantenphysik, aber ich erkenne eine Anspielung an den „Hitchhiker’s Guide To The Galaxy“, wenn ich sie höre. Dessen Protagonist lernt im … vierten? … Buch zu fliegen, indem er vergisst runterzufallen und stattdessen einfach fliegt. Aber das nur am Rande.

Zum Schluss ein gänzliches anderes Thema: Immersion in „Bioshock“. Dieses Mittendrin-Gefühl ging für mich eine ganze Zeit lang flöten, als ich die Booker-Plakate an den Wänden gesehen habe und nur noch ganz entfernt zuordnen konnte, dass mein Hauptcharakter ja so aussehen könnte. Am Anfang des Spiels gibt es eine Szene, in der man das Konterfei von Booker in einer Wasser-Reflexion erkennen kann. Diesen Effekt findet man, meine ich, nie wieder im Spiel. Es gibt keine Spiegel, keine reflektierenden Oberflächen, kein gar nichts. Kurz nachdem Booker auf den Plakaten auftaucht, hat man in Gefechten dann die Möglichkeit Risse zu öffnen, die eine Booker-Ablenkung aufstellen. Die hat in erster Linie mich abgelenkt, weil ich erst mal inspizieren musste, wie meine Spiel-Figur denn eigentlich aussieht. Das ist der Moment, in dem ich feststelle, dass ich wie in jedem anderen Shooter nur eine Kamera mit Kanonenrohr bin und ich steige aus dem Spiel aus. Schade. Dice hat vor Jahren mit „Mirror’s Edge“ einen ersten Schritt in eine neue Richtung gemacht, warum folgt dem niemand?

Wie oben erwähnt, geht es in der Abschluss-Folge dann um die Abschnitte 31-Ende, also ab der Bank of Columbia. Ich könnte mir aber vorstellen, dass wir im Endeffekt nur über den Schluss fachsimpeln, den mir das Internet und meine Kollegen seit Wochen als das eigentlich interessante an „Bioshock“ verkaufen wollen. .. als steckte da sonst nichts drin!


Link zum Video:
CBS Langspieler: Bioshock Infinite – Abschnitte 10-20

In Zukunft will ich meinen Blog nutzen, um weiterführende Gedanken zum Podcast oder meiner sonstigen Arbeit zu veröffentlichen. Gerade zur aktuellen Folge meiner Show habe ich einiges in petto, weil ich mir nun mal nicht On Air Luft machen konnte. Das soll nicht heißen, dass mich nicht einige Gedanken bis in die nächste Episode verfolgen können und spätestens dann zur Sprache kommen.

Aber nun los: Nachdem der Story-Part ein wenig flach viel in dieser Episode gebe ich hier eine kleine Einordnung. Booker und Lizzy habe sich den Vigor Shock Jockey besorgt und können jetzt den Generator antreiben, um zum Luftschiff zu kommen. Booker gibt dem Steampunk-Computer die Koordinaten von New York, Elizabeth riecht den Braten und haut Booker ordentlich auf die Schnauze. Als er wieder erwacht, sieht er sich mich Daisy Fitzroy konfrontiert, die ihm die Kontrolle über den Flieger abgenommen hat. Sie schlägt ihm einen Deal vor: Er besorgt von einem Händler namens Chen Lin Waffen und kriegt dafür das Luftschiff wieder. Benebelt sieht Booker unter sich ein Sträflingslager vorbeiziehen, wo der Handyman mit Peitschengewalt die Häftlinge im Zaum hält. Fitzroy wirft ihn in den Finkton Docks ab, wo Booker nach einer kurzen Verfolgung mit der von ihm enttäuschten Lizzy einen Waffenstillstand aushandelt. Eine interessante Wendung, weil sie Lizzy trotz ihres abgeschottenen Lebens als weitaus gerissener und vielleicht auch abgeklärter darstellt, als man nach der Tanzszene am Strand hätte erwarten können. Booker erklärt ihr, dass er sie im Prinzip entführen will und sie willigt in Ermangelung weiterer Optionen ein, mit ihm mitzugehen. Wie das wohl endet?

Im nächsten Schritt führt der Weg die beiden, durch die Hintertür, auf den Fink-Firmen-Campus. Dort erlebt man als Spieler der wirtschaftlich cleversten Schachzug, den man wohl jemals gesehen hat: Job-Auktionen – wer einen Job in der kürzesten Zeit schafft, darf den Job erledigen und kriegt ihn bezahlt. Dabei spielt der Titel wiederum die Rassismus-Karte: Nicht nur, dass „Ausländer“ einzig unwürdige Jobs haben dürfen, nein, sie werden auch noch zusätlich von Comstock, dem Propheten, besteuert. Columbia funktioniert auf dem Rücken der „Ausländer“, die verabscheut und zur Schau gestellt werden. Krass. Wer lange genug auf das Ende der Auktion wartet, sieht zudem eine Eskalation als ein Arbeiter einem anderen den Job abluchst und dafür eine Tracht Prügel erhält.

Alles darauffolgende zeigt der Podcast, deswegen steige ich erst später wieder ein: Lin ist genauso zwischen den Dimensionen gefangen, blutet aus der Nase, und arbeitet an unsichtbaren Maschinen. Booker und Lizzy verstehen beide das Phänomen nicht und sind sichtlich erstaunt, als sie die weiße und Comstock-treue Mrs. Lin sehen. Das neue Ziel ist: Lins Maschinen zu besorgen, die ihm wohl abgenommen wurden. Dazu führt der Weg durch Shantytown, das Armenviertel von Columbia.

Neben den zu erwartenden Elementen (Neid, Armut, Nahrungsknappheit – das volle Programm) findet auch eine interessante optionale Szene statt: Unter der Bar (Graveyard oder so?) findet Booker eine Gitarre, die er auf Knopfdruck aufnimmt und auf der er das Titellied von „Infinite“ spielt. Zu meiner Überraschung stimmt Lizzy ein und singt den Text dazu. Währenddessen ergreift die Gutherzige mit dem Gestus einer Disney-Prinzessin eine Orange und reicht sie einem Jungen der unter der Treppe sitzt und den beiden lauscht. Ein wahnsinnig interessanter Moment für das Spiel, weil hier recht viele wichtige Elemente der Charakter-Entwicklung zusammenfallen: a.) stellt die Szene Booker als zärter besaitet (pun intended) dar, als man nach der Szene im Museum erwarten dürfte b.) stellt die Szene natürlich Lizzys reines Herz dar (lässt man einmal außer acht, dass ihr die Orange nicht gehört), aber viel interessanter ist, dass sie ausgerechnet dieses Lied anstimmt. Dieses Lied, das neben dem Religions-Thema natürlich auch Columbia als die Stadt im Himmel glorifiziert. Nimmt man also ihre Handlung und den Lied-Text zusammen, denke ich, dass für Lizzy Columbia nicht der unrettbare Sündenpfuhl ist, den ich als Spieler in meiner Abgeklärtheit nur noch sehen kann. Ein interessanter Contrapunkt, Verzeihung, Gegensatz. Abschliessend c.) das Zusammenspiel von Lizzy und Booker, dass ohne einleitende Sätze, schleißlich beginnt er einfach zu spielen, nicht nur funktioniert, sondern harmoniert (oh mein Gott, ich sollte damit aufhören).

Vom Shantytown geht es dann direkt gegen die Polizei-Kräfte von Columbia. Mehr dazu gibt es bestimmt in der nächsten Folge. Ein Thema, dass ich in der Folge aufgreifen möchte: Immersion und zwar anhand der Spielfiigur-Identifikation. In der Eingangs-Szene sehe ich in einem Wasser-Eimer ein verschwommenes Spiegelbild von Booker. Danach gibt es im ganzen Spiel keine Spiegel mehr, keine reflektierenden Fensterscheiben oder Wasserpfützen. In diesem Sinne: Freut euch auf die nächste Folge!